D e r   t h e m a t i s c h e   B e z u g

 

 

Die Romantik ist die Epoche der Sehnsucht. Mit historisch bedingtem Gewinn von Freiheiten und Möglichkeiten gehen insbesondere auch das Bewusstsein der Vergänglichkeit und eine melancholische Betrachtungsweise des Lebens einher. 

 

Welche Spuren der Romantik sind in der heutigen Kultur noch zu entdecken? 

Viele der Ideen der Romantiker und ihrer Sehnsucht nach Liebe und persönlichem Glück bis zur Verklärung im Tod und der Sehnsucht nach dem goldenen Zeitalter sind bis heute aktuell. Auch die Menschen der heutigen Gesellschaft sehnen nach Halt und Struktur.  

Der Philosoph und Buchautor Yves Bossart ging für uns auf die Suche nach Parallelen und Kontrasten der Sehnsüchte der Romantik und unserer Zeit. Diese hat er zu eigenen Texten verarbeitet und wird sie im Verlauf des Konzerts vortragen.

 

Den Ausgangspunkt bilden die Orchesterlieder «Morgen» und «Cäcilie» von Richard Strauss, sowie «Ich bin der Welt abhanden gekommen», «Urlicht» und «Rheinlegendchen» von Gustav Mahler, sie zeigen die sehnsüchtige Welt der romantischen Dichter und Komponisten eindrucksvoll auf. Die Texte sind durchwoben vom Verlangen nach Liebe, Glück und der Verklärung des Todes. 

 

Felix Schüeli befasste sich intensiv mit Gedichten romantischer Autoren und hat diese in seiner eigenen Tonsprache vertont. Daneben entstand ein neues Werk in mehreren Teilen. Die «Hymnen an die Nacht» von Novalis bilden dabei die poetische Grundlage der Komposition und sind das zentrale Element in den drei Abschnitten des Konzerts «Sehnsucht nach der ewigen Liebe», «Sehnsucht nach dem Tod» und «Sehnsucht nach Geborgenheit». Voll von Sehnsucht nach dem Tod, sind die Texte von Novalis Ausdruck der romantischen Weltsicht schlechthin. Vieles erinnert dieser Tage an diese Zeit des Wandels im 19. Jahrhundert. Erhöhte Emotionalität, Drang nach Freiheit, Ausprägung des Individuums oder die Suche nach Identität und Halt in der Gesellschaft.